Island ist über den Europäischen Wirtschaftsraum und den Schengen-Raum eng mit der Europäischen Union verbunden, gehört ihr aber nicht an. Das Referendum hätte nun die Weichen für eine erneute Annäherung stellen können. Zur Abstimmung stand die Frage, ob Island seine 2015 zurückgezogene EU-Beitrittsbewerbung erneuern und Beitrittsverhandlungen wieder aufnehmen sollte.
Prof. Dr. Eiríkur Bergmann von der Bifröst University analysierte im Vorfeld der Abstimmung die innenpolitische Debatte, zentrale Streitfragen wie Fischerei, Landwirtschaft, Währung und Sicherheit sowie die möglichen Folgen eines Ja oder Nein für Islands Verhältnis zur Europäischen Union.
Am 29. August 2026 stimmten die Isländer:innen mit einer knappen Mehrheit von 52,8 % gegen die Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche mit der EU. Die Wahlbeteiligung lag mit rund 82 Prozent etwas höher als bei den vergangenen Wahlen. Konsequenzen für die eigene Regierungsarbeit sieht die Premierministerin Kristrún Frostadóttir nach der Niederlage der von ihr unterstützten Ja-Kampagne nicht.