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Was der Regimewechsel in Ungarn für die deutsche EU- und Außenpolitik bedeutet
11.06.2026

Mihaly Koles/unsplash
Mihaly Koles/unsplash

Der Regimewechsel in Ungarn eröffnet neue Handlungsmöglichkeiten auf europäischer Ebene. Fortschritte bei regionaler Kooperation, der Freigabe von EU-Mitteln und der Erweiterungspolitik sind eng verbunden mit dem Erfolg der Reformambitionen der neuen ungarischen Regierung.

Der ungarische Regimewechsel verändert die Dynamik der zwischenstaatlichen Beziehungen in Europa grundlegend und eröffnet neue Handlungsoptionen sowohl für die EU als auch für regionale Kooperation. Dennoch bedarf es in den europäischen Hauptstädten eines Bewusstseins, dass die außenpolitischen Entscheidungen der neuen ungarischen Regierungen eng mit der innenpolitischen Entwicklung des Landes verflochten sein werden. Im Interesse ungarischer Reformambitionen und europäischer Handlungsfähigkeit sollten internationale Partner, insbesondere Deutschland, einen strategischen Ansatz verfolgen, der diese Entwicklung nicht unbeabsichtigt untergräbt.

Dies betrifft unter anderem die diplomatischen Beziehungen Deutschlands zu den zentraleuropäischen Staaten. Ungarns neuer Regierungschef hat eine Stärkung regionaler Kooperation angekündigt, was das Verhandlungsgewicht der Region bei den anstehenden Verhandlungen über den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU erhöhen könnte. Für die Abstimmung politisch sensibler Themen sollte eine regelmäßige Konsultation etabliert werden.

Ein drängendes Thema ist die Freigabe bislang eingefrorener EU-Mittel für Ungarn. Trotz ablaufender Fristen sollte eine schrittweise Freigabe der Mittel ermöglicht werden, um die Implementierung von Reformen und Wiederherstellung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu unterstützen.

Auch in Bezug auf die Erweiterungspolitik der EU ergeben sich neue Handlungsmöglichkeiten, da Ungarns Beziehungen sowohl zur Ukraine als auch zu den Staaten des Westbalkans eine neue Gestalt annehmen werden. Die Blockadepolitik der Vorgängerregierung in Bezug auf den ukrainischen Beitrittsprozess soll aufgehoben werden. Zudem eröffnet das Ende des disruptiven Einflusses Budapests im Westbalkan neue Möglichkeiten für eine stärkere Annäherung der Region an die EU.

In der aktuellen Ausgabe von Berlin Perspectives analysiert Daniel Hegedüs die Implikationen des ungarischen Regimewechsels für die deutsche EU- und Außenpolitik und zeigt auf, dass der Erfolg, der sich neu eröffnenden Handlungsoptionen auf internationaler Ebene eng mit der innenpolitischen Entwicklung Ungarns zusammenhängt.

Team & Autor:innen

Über das Berlin Perspectives Projekt: Die Policy-Brief-Reihe Berlin Perspectives bietet prägnante Analysen zur deutschen Europapolitik in englischer Sprache. Deutsche Positionen zu aktuellen Themen und Debatten werden erörtert und darauf aufbauend politische Handlungsempfehlungen formuliert.

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Bild Copyright: Mihaly Koles/unsplash