Ein Jahr nach Amtsantritt der Bundesregierung hat sich die europapolitische Koordinierung Deutschlands verbessert. Zugleich positioniert sich die Europäische Kommission als zentraler Akteur beim Aufbau europäischer Verteidigungsfähigkeit. Der Handlungsspielraum der EU-Institutionen bleibt jedoch begrenzt, da es an politischem Willen für grundlegende Reformen fehlt und eine klare strategische Vision für die Zukunft der EU weitgehend ausbleibt.
Auch die Dynamik der Koalitionsbildung auf europäischer Ebene wandelt sich. Im Europäischen Parlament entstehen häufiger rechtsgerichtete Mehrheiten, während es dem Bundeskanzler nicht gelingt, das Weimarer Dreieck nachhaltig zu stärken. Statt eines abgestimmten Vorgehens dominieren einseitige Initiativen ohne ausreichende Einbindung der Partner.
In der aktuellen Ausgabe von Berlin Perspectives analysiert Julian Plottka die Europapolitik der Regierung Merz und zeigt, warum Deutschland auf Alleingänge verzichten und konsequent auf Kooperation, Einbindung und Vertrauensaufbau zwischen den Mitgliedstaaten setzen sollte.