Kann die Erweiterungspolitik ihrem Ruf als einer der erfolgreichsten außenpolitischen Strategien der EU gerecht werden? Wie kann eine neu ausgerichtete Nachbarschaftspolitik die Handlungsfähigkeit der EU in einem zunehmend unsicheren geopolitischen Umfeld stärken? Diese Leitfragen stehen am Anfang des konzeptionellen Rahmen von InvigoratEU.
Ein zentrales Element darin ist das Konzept der Resilienz, das im Kontext der EU-Außenpolitik kritisch hinterfragt wird. Statt Resilienz als Sammelbegriff zu verwenden, greift der Rahmen seine politischen, institutionellen und gesellschaftlichen Dimensionen auf – und zeigt, wie widerstandsfähige Strukturen die Reaktionsfähigkeit der EU gegenüber externen Herausforderungen stärken können. Darauf aufbauend ordnet der Triple-R-Ansatz von InvigoratEU – Reforming, Responding, Rebuilding – die zentralen Herausforderungen und Potenziale der EU-Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik. Er beleuchtet (1) notwendige Reformen innerhalb und außerhalb der EU, (2) Wege zu flexibleren und strategischeren Krisenreaktionen sowie (3) die Bedeutung langfristiger Partnerschaften für einen nachhaltigen Wiederaufbau. Vor diesem Hintergrund werden zentrale Meilensteine der EU-Nachbarschaftspolitik neu betrachtet und in einen Zusammenhang mit heutigen politischen Herausforderungen gestellt.
Auf dieser Grundlage präsentierte Funda Tekin, IEP Direktorin und wissenschaftliche Leitung von InvigoratEU, den konzeptionellen Rahmen des Projekts auf dem 29. Kongress der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) vom 24. bis 27. September 2024 in Göttingen auf dem Panel „The Future of the EU’s Democracy Promotion – In Search of Innovative Tools and Appropriate Policies“. Die erhaltenen Rückmeldungen fließen in die Weiterentwicklung des Ansatzes ein.
Der konzeptionelle Rahmen ist hier verfügbar: InvigoratEU Conceptual Background Paper