Die Videos und TV-Debatten setzen sich intensiv mit der europäischen Integration und der Aufklärung über damit verbundener Desinformation auseinander. Ziel ist es, die Bevölkerung in der Republik Moldau über aktuelle EU-Themen zu informieren, Falschmeldungen zu entlarven und einen Raum für offene Diskussionen zu schaffen. Die Videos sind auf rumänisch oder russisch auf den YouTube-Seiten unserer Partnerorganisationen zu sehen.
1. TV-Debatte: “Gagausien am Scheideweg: Europäische Union oder Stagnation?” 27.02.2025
Die erste TV-Debatte im Jahr 2025 wurde am 27. Februar von unserem lokalen Partner IPRE organisiert und auf dem lokalen Nachrichtenportal laf.md in Gagausien ausgestrahlt. Gagausien ist ein autonomes Gebiet innerhalb der Republik Moldau. Die Lokalregierung und Bevölkerung Gagausiens sympathisieren stark mit Russland und lehnen den EU-Integrationsprozess daher größtenteils ab. In der TV-Debatte thematisierte Adrian Ermurachi, Stellv. Direktor von IPRE, einige weitverbreitete Desinformationen über die EU und zeigte auf, dass auch Gagausien vom EU-Beitritt profitieren wird. Durch den EU-Binnenmarkt verbessern sich die Exportkonditionen gagausischer Produkte, was zu Wirtschaftswachstum, mehr Jobs, höheren Gehältern und einer Verbesserung des Lebensstandards führt. Neben der bereits bestehenden Unterstützung der EU für Infrastrukturprojekte und die Energiesicherheit Moldaus eröffnet der Beitritt weitere Möglichkeiten für privatwirtschaftliche Investitionen und ermöglicht gagausischen Unternehmen die Teilnahme an umfangreichen Förderprogrammen der EU. Zuletzt gelten in der EU besondere Rechte für ethnische Minderheiten, die auch der gagausischen Minderheit langfristig helfen, autonom zu bleiben.
2. TV-Debatte: "Die Chancen der moldauischen Landwirtschaft im Zusammenhang mit dem EU-Beitritt, in Debatten bei Rlive TV" 10.06.2025
Die TV-Debatte zum Screening-Prozess im Agrarsektor fand am 13. Juni 2025 statt und wurde vom Institut für Strategische Initiativen (IPIS) im Rahmen von CAPACITY4EU organisiert und auf Realitatea TV ausgestrahlt. Diskutiert wurde, wie sich die moldauische Landwirtschaft auf die Anpassung an EU-Standards vorbereiten kann. Ina Butucel, stellv. Generalsekretärin im Landwirtschaftsministerium, erklärte, dass Moldau in den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei evaluiert wird. Expertin Tatiana Nistorică wies auf die große Herausforderung fehlender Investitionen hin, da die moldauische Landwirtschaft bisher überwiegend Rohware exportiert und die Verarbeitungsstufe schwach entwickelt ist. Nicolae Tîltu, Direktor der Nationalen Bauernföderation, betonte die Notwendigkeit von Wertschöpfung, Bewässerungssystemen und Energiezugang, um die Wettbewerbsfähigkeit auf dem EU-Markt zu sichern. Ein zentraler Punkt der Diskussion war die Nutzung von Prä-Beitrittsmitteln: Landwirt:innen müssen besser über Förderinstrumente informiert werden, um u.a. Vorurteile gegenüber der EU zu überwinden. Kleinbauern sollen durch Kooperationen und Genossenschaften gestärkt werden, während für besonders sensible Bereiche Übergangsfristen verhandelt werden können. Abschließend wurde betont, dass EU-Standards für alle gelten, moldauische Produkte wie Pflaumen oder Trauben dennoch Exportchancen hätten. Der Zugang zum EU-Binnenmarkt eröffne neue Absatzmöglichkeiten und Investitionen, was langfristig Wachstum, Arbeitsplätze und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit für den moldauischen Agrarsektor bedeuten würde.
1. Video: “Faktencheck: Das veränderte Sicherheitsumfeld der EU” 05.05.2025
Das erste Video von unserem Partner IPIS räumt mit dem Mythos auf, dass höhere Militärausgaben von Moldau den bisherigen neutralen Status des Landes gefährden würden. Viele neutrale Staaten wie etwa Turkmenistan oder die Schweiz haben hohe Militärausgaben, die zur Abschreckung notwendig sind. Auch die höheren Sicherheitsanstrengungen der EU sind im Kontext der veränderten außenpolitischen Rolle der USA wichtig, um der Schutzverantwortung gegenüber den eigenen Bürger:innen gerecht zu werden. Die EU unterstützt außerdem seit 2021 die Sicherheit Moldaus im European Peace Facility Programm mit bisher 137 Millionen Euro und weiteren 60 Millionen Euro 2025. Das Video zeigt auch, dass Militärinvestitionen und die nationale Sicherheit nicht nur in Deutschland kontrovers diskutiert werden.

