Vor zehn Jahren stimmte eine knappe Mehrheit im Vereinigten Königreich für den Austritt aus der Europäischen Union – es war eine Zäsur der europäischen Integration, die eigentlich nur eine Richtung kannte. Dabei wurden nicht nur die britisch-europäischen Beziehungen nachhaltig gestört, sondern auch die britisch-deutschen.
Die bilateralen Beziehungen der nächsten zehn Jahre waren anfangs stark abgekühlt. Nach dem endgültigen EU-Austritt des Königreichs konnte sich eine gewisse Normalität etablieren, die in der Unterzeichnung des Vertrags von Kensington im Juli 2025 gipfelte. Dabei war vor allem die Zusammenarbeit in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik Triebkraft, während der Austausch in anderen Feldern nach wie vor brachliegt.
In der aktuellen Ausgabe von Berlin Perspectives zeichnet Nicolai von Ondarza die Entwicklung der britisch-deutschen Beziehungen in den zehn Jahren seit dem Brexit-Referendum nach. Zudem analysiert er den aktuellen Zustand der Beziehungen und zeigt, welche Balance Deutschland zwischen bilateralen und europäischen Interessen wahren muss.