Seit der Unabhängigkeit der fünf zentralasiatischen Republiken in den 1990er Jahren hat die Europäische Union ihre Beziehungen zu Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan kontinuierlich ausgebaut. Im Jahr 2019 verabschiedeten die Europäische Kommission und der Hohe Vertreter der EU die Gemeinsame Mitteilung „Die EU und Zentralasien: Neue Chancen für eine stärkere Partnerschaft“, mit der die erste EU-Zentralasien-Strategie aus dem Jahr 2007 aktualisiert werden sollte.
Dieses Papier untersucht die Leitprinzipien der neuen Zentralasien-Strategie im Kontext des Sicherheits-Entwicklungs-Nexus. Ziel der Studie ist es aufzuzeigen, dass die Europäische Union im Falle Zentralasiens von einem engen Zusammenhang zwischen Sicherheits- und Entwicklungsfragen ausgeht. Es wird deutlich, dass das europäische Verständnis von Sicherheit und Entwicklung zu einem zentralen Element der neuen EU-Strategie für die Region geworden ist. Die negativen Auswirkungen von Terrorismus, illegalem Drogenhandel und Problemen der Wassersicherheit beeinträchtigen nicht nur die menschliche Sicherheit, sondern auch die Stabilität der Region insgesamt.