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Deutschlands Neustart in Europa und die Wettbewerbsfähigkeit der EU
18.11.2025

IEP
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Der Kompass für Wettbewerbsfähigkeit setzt auf Innovation, Dekarbonisierung und Diversifizierung. Wie Europa schneller, pragmatischer und mit weniger Bürokratie wirtschaftlich stark bleibt, erläuterte Staatssekretär Dr. Thomas Steffen im Europagespräch.

Europa steht vor der Aufgabe, seine wirtschaftliche Stärke in einer zunehmend multipolaren Welt zu behaupten. Orientierung bietet der im Januar 2025 vorgelegte Kompass für Wettbewerbsfähigkeit der EU-Kommission, der auf den Analysen des Draghi-Berichts aus dem Jahr 2024 fußt. Er rückt drei Prioritäten ins Zentrum: Innovationslücken schließen, die Wirtschaft dekarbonisieren und strategische Abhängigkeiten reduzieren. Ergänzend sollen bessere Finanzierungsbedingungen, qualifizierte Fachkräfte und spürbare Entlastungen für Unternehmen den europäischen Standort stärken.

Doch die Bilanz fällt bislang mager aus: Nur ein kleiner Teil der vorgeschlagenen Maßnahmen ist in der Umsetzung. Um Tempo zu gewinnen, setzt die Kommission auf soge-nannte Omnibuspakete, die Bürokratie abbauen und neue Regulierungslasten verhin-dern sollen. Viele Projekte geraten dennoch ins Stocken – nicht zuletzt wegen langwieriger Entscheidungsprozesse. Mehr Pragmatismus und ein schnelleres Vorgehen gelten daher als Grundvoraussetzung, damit Europa international nicht den Anschluss verliert.

Entscheidend wird zudem eine frühzeitige Prioritätensetzung sein – etwa mit Blick auf den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen oder einen möglichen Wettbewerbsfähigkeitsfonds. Neben der Budgethöhe geht es vor allem um die Frage, welche Technologien und Maßnahmen Europa künftig fördern will und wie sich verhindern lässt, dass diese zentralen Entscheidungen erst im letzten Moment getroffen werden.

Gleichzeitig verändert sich die wirtschaftliche Realität grundlegend: Handel, Rohstoffe und Technologiestandards werden zunehmend geopolitisch instrumentalisiert. Vollständige Autarkie ist weder machbar noch wünschenswert, doch Risikostreuung und Diversifizierung gelten als realistische Strategien. Europa braucht verlässliche Partnerschaften und klare Vorstellungen davon, welche Branchen als strategisch gelten und besonderen Schutz oder Förderung verdienen.

Über diese Fragen diskutierte Staatssekretär Dr. Thomas Steffen im IEP-Europagespräch mit Moderatorin Prof. Dr. Funda Tekin. Die stellvertretende Leiterin der Kommissionsvertretung in Berlin, Gosia Binczyk, eröffnete die Veranstaltung, die mit Unterstützung der EU-Kommission und des Auswärtigen Amts stattfand.

Team & Autor:innen

Über das Europagespräche Projekt: Die Europagespräche des IEP bringen Bürger:innen, Entscheidungsträger:innen, Wissenschaftler:innen und die Zivilgesellschaft zusammen, um Herausforderungen und Perspektiven der europäischen Integration zu diskutieren. Damit fördern sie die europapolitische Debatte in Deutschland.

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