Um die zivilgesellschaftliche Teilhabe am ukrainischen EU-Assoziierungsprozess sicherzustellen und zu stärken, hat das Institut für Europäische Politik (IEP) mit der „Civic School for Sound EU Practice“ (CiSEP) ein Trainingsprogramm entwickelt, das VertreterInnen zivilgesellschaftlicher Organisationen in EU-Assoziierungsfragen ausbildet und sie zu wichtigen MultiplikatorInnen und kritischen Stimmen innerhalb des Reform- und Monitoringprozesses macht.
Im Rahmen der neuen Projektrunde von CiSEP startete im Oktober 2019 der Projektinkubator, der Alumni bei der Umsetzung vielversprechender Projektideen unterstützt. Ein halbes Jahr lang begleitete die Projektwerkstatt CiSEP Alumni Schritt für Schritt auf dem Weg von der ersten Idee zu einem finalen Konzept. Thematisch knüpfte die Trainingsreihe, die jeweils drei Tage im Oktober 2019 in Tschernihiw sowie im Dezember 2019 und März 2020 jeweils in Odessa stattfand, an die bereits durchgeführten Vertiefungstrainings an. Insgesamt fünf Gruppen arbeiteten zu diversen zentralen Aspekten der EU-Assoziierung – von Lebensmittelsicherheit über Datenschutz und Rechten an geistigem Eigentum bis hin zu regionaler und nachhaltiger Gemeindeentwicklung. Ziel des Konzepts ist es, die TeilnehmerInnen durch die gewonnene Expertise und die Realisierung ihrer Projekte aktiv in den Assoziierungsprozess der Ukraine einzubinden und als Netzwerk zivilgesellschaftlicher Akteure zu stärken.
Um ihre Ideen erfolgreich umsetzen zu können, erhielten die Gruppen nicht nur wertvollen Experteninput zu den wichtigsten Aspekten des Projektmanagements, sondern auch in jeder Phase der Projektentwicklung individuelle und thematisch zugeschnittene Beratung. Darüber hinaus bot der Workshop den teilweise weit voneinander entfernt wohnenden TeilnehmerInnen die Möglichkeit zum direkten Austausch miteinander, sowie Zeit und einen gemeinsamen Raum, um sich in einem professionellen Umfeld auf die Arbeit an ihren Projekten zu konzentrieren. Auch zwischen den einzelnen Trainingsphasen wurden die Teams kontinuierlich durch technisches und methodisches Mentoring zu Zielsetzung, der Planung von Aktivitäten, Finanzierung, Evaluation und Risikobewertung unterstützt.
Während des dritten und letzten Workshops, der vom 9. - 11. März 2020 in Odessa stattfand, finalisierten die TeilnehmerInnen die konzeptuellen und strategischen Elemente ihrer Projekte, indem sie deren Durchführung mithilfe einer detaillierten Maßnahmen-Matrix planten. Um auch auf unvorhergesehene Schwierigkeiten reagieren zu können, erarbeiteten sie außerdem Monitoring- und Krisenpläne. Gut gerüstet um ihre Projekte in die Tat umzusetzen, nutzten die Teams dann die letzten eineinhalb Tage dafür ihre Kommunikationsstrategien zu entwerfen, um ihre Zielgruppen und Stakeholder effektiv ansprechen zu können. Nach sechs Monaten intensiver Vorbereitung sind die Projekte nun gereift und die Gruppen bereit mit der Umsetzung zu beginnen. Um eine erfolgreiche Realisierung ihrer Pläne zu gewährleisten, erhalten sie eine Anschubfinanzierung für den Start ihrer Maßnahmen. Während der Implementierungsphase, die jetzt beginnt und bis Mitte Mai anberaumt ist, können erhalten die Teams weiterhin Unterstützung durch das CiSEP-Team sowie der lokalen Partner und Experten.
Die Civic School for Sound EU Practice (CiSEP) ist ein Trainingsprogramm für aktive BürgerInnen und Veränderungswillige aus der Ukraine. CiSEP schafft ein ukraineweites Netzwerk aus SpezialistInnen zu Fragen des EU-Ukraine-Assoziierungsabkommens mit dem Ziel, die europäische Integration der Ukraine zu stärken.
Die Trainingsreihe erfolgt in Zusammenarbeit mit unseren lokalen Partnern Polissya Foundation for International and Regional Studies (Tschernihiw) und der Odessa Regional Agency for Reconstruction and Development (Odessa).
CiSEP wird gefördert vom Auswärtigen Amt.
