Virtueller Bürger*innendialog zur Entkräftung von Mythen und Vorurteilen gegenüber dem EU Assoziierungsabkommen in Drochia, Moldau

Am 20. Mai 2020 wurde der vierte Bürger*innendialog im Rahmen des Projekts “EU-Assozia­tionen und Wirklichkeit in Moldau (WE&EU)” gemeinsam vom Institut für Europäische Politik (IEP), dem Institute for European Policies and Reforms (IPRE) und dem Institute for Strategic Initia­tives (IPIS) virtuell mit Bürge­rInnen aus Drochia in Moldau durch­ge­führt.

Ziel des Dialogs war es, Einblicke in die Sicht­weise der lokalen Bevöl­kerung und Wahrnehmung des EU-Assozi­ie­rungs­ab­kommens sowie die allge­meine EU Unter­stützung für die Republik Moldau zu erhalten. Dabei war es auch Ziel, bestehenden Fehlin­for­ma­tionen und Mythen fakten­ba­siert entge­gen­zu­treten. Im Vorfeld des Online-Bürger*innendialogs wurden Video-Botschaften sowie die im Rahmen des Projekts erstellte Fact-Checks (Videos) mit den Teilnehmer*innen geteilt. An der erstmals digital durch­ge­führten Veran­staltung nahmen rund 30 Vertreter*innen der lokalen Zivil­ge­sell­schaft sowie aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung und Politik teil.

Im ersten Teil der Veran­staltung wurde auf die Diskrepanz zwischen hoher finan­zi­eller Unter­stützung durch die EU und der in Teilen der Bevöl­kerung verbrei­teten Skepsis hinsichtlich der EU-Assozi­ierung verwiesen. In diesem Zusam­menhang wurde die Bedeutung von fakten-basierter Kommu­ni­kation zum Abbau von Mythen und Fehlin­for­ma­tionen betont. Darauf aufbauend folgte im zweiten Teil der Veran­staltung eine Vorstellung von EU-finan­zierten Infra­struk­tur­pro­jekten in Drochia, die einen wichtigen Beitrag zur Verbes­serung der Lebens­ver­hält­nisse vor Ort leisten. Diese Präsen­tation und die anschlie­ßenden Diskus­sionen halfen dabei, die Effekte aufzu­zeigen, die eine erfolg­reiche bzw. weniger erfolg­reiche lokale Projek­t­um­setzung auf die allge­meine Wahrnehmung der EU-Unter­stützung in der Bevöl­kerung erzielt. So wurde mehrfach ungenü­gendes Management der Projekte sowie die Wahrnehmung von Doppel­stan­dards bemängelt, wenn sich Unter­nehmen aus EU-Mitglied­staaten nicht an ausrei­chende Sozial- und Arbeits­stan­dards hielten. Zudem wurde fehlende Sicht­barkeit, Kommu­ni­kation und Intrans­parenz in der Durch­führung von EU-finan­zierten Projekten thema­ti­siert. Dadurch sahen sich viele Bürge­rInnen in ihren Vorur­teilen bestätigt, dass die EU-Hilfen der Bevöl­kerung nicht ausrei­chend zugute kämen. In der Diskussion konnte erläutert werden, dass sich mit einer konse­quenten Umsetzung des Assozi­ie­rungs­ab­kommens auch die Arbeits- und Sozial­stan­dards anheben würden, diese Umsetzung läge aber letztlich in der Verant­wortung der Regierung. Weiterhin sei die EU-Unter­stützung refor­miert worden, damit die finan­zi­ellen Hilfen besser vor Ort umgesetzt und sicht­barer würden. Schließlich sei es aber auch eine Verant­wortung der Bürge­rInenn skeptisch gegenüber der Verbreitung von Falsch­in­for­ma­tionen und Mythen aus unklaren Quellen zu sein und sich anhand von Fakten wie sie im Rahmen des Projekts und von der EU Delegation zur Verfügung gestellt würden, eine Meinung zu bilden. Für die Bürge­rInnen Drochias war der virtuelle Bürge­rIn­nen­dialog eine Premiere und voller Erfolg, insofern als dass der virtuelle Dialog dazu beigetragen hat existie­rende Vorur­teile und Mythen zu entkräften und sich alle Betei­ligten eine Fortsetzung des Austauschs wünschten.


Das Projekt “WE&EU: EU-Assozia­tionen und Wirklichkeit in Moldau” zielt darauf ab, einen wesent­lichen Beitrag zur Überwindung der gesell­schaft­lichen Trenn­linien in Moldau in Bezug auf den Annähe­rungs­prozess der EU zu leisten, indem ein infor­mierter inner­ge­sell­schaft­licher Dialog über die spezi­fi­schen Inhalte und grund­le­genden Werte des Assozi­ie­rungs­ab­kommens und die konkreten Vorteile der Moder­ni­sierung Moldaus im Zuge des Annähe­rungs­pro­zesses der EU gefördert wird. Die Projekt­ak­ti­vi­täten zwischen Juli 2019 und Juni 2020 umfassen Bürger*innendialoge, Workshops, öffent­liche Konfe­renzen und TV-Debatten in verschie­denen Regionen wie Basara­beasca, Orhei, Nisporeni, Ungheni sowie Leova.

Das Projekt wird mit freund­licher Unter­stützung des Auswär­tigen Amtes durch­ge­führt.

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