Trumpetisierung europäischer Politik? Ein pessimistischer Ausblick auf 2017 (TruLies-Blogbeitrag von Florian Hartleb)

In Deutschland wie im restlichen Europa tun sich Politik und Medien schwer, mit wirksamen Rezepten gegen eine neue Welle des Populismus anzugehen. Im Kontext von Migra­ti­ons­krise und erhöhter Terror­gefahr sieht Florian Hartleb die Gefahr, dass populis­tische Demagogen auf breite Unter­stützung zählen können und, wie der Blick in die USA zeigt, alle Vorstel­lungen dessen, was an Demagogie und Tabubruch in einer Demokratie möglich ist, übertreffen. In seinem Kommentar hebt er aller­dings hervor, dass auch in der Vergan­genheit die Verdrehung von Tatsachen immer ein Teil von Politik war und somit die postfak­ti­schen Zeiten gar nicht so neu sind. Aber die Antwort der klassi­schen Medien komme bei den Wähle­rInnen nicht mehr an, da sich wie in den USA nun auch in Europa die Bürge­rinnen und Bürger viel über soziale Medien infor­mierten. Hartleb sieht Europa in der Pflicht, das Vertrauen in die Insti­tu­tionen zu stärken und bessere Antworten auf Populis­tinnen und Populisten zu finden, sonst drohe ein zivili­sa­to­ri­scher Rückschritt.

Dr. Florian Hartleb ist Politik­wis­sen­schaftler und Autor. Der Kommentar ist eine Zusam­men­fassung der Ergeb­nisse seines im März erschei­nenden Buches „Die Stunde der Populisten. Wie sich unsere Politik trumpe­ti­siert und was wir dagegen tun können“ (Wochen­schau-Verlag).

Das von der Stiftung Mercator geför­derte Projekt „TruLies – The Truth about Lies on Europe“ des Instituts für Europäische Politik (IEP) mit der Unter­stützung des Progres­siven Zentrums hat zwei Haupt­ziele. Zum einen strebt es in der wissen­schaft­lichen Analyse eine syste­ma­tische und analy­tisch fundierte Dekon­struktion von europa­skep­ti­schen und populis­ti­schen Falsch­be­haup­tungen, Feind­bildern und Vorur­teilen an. Dies soll zu einer Versach­li­chung der Debatte in Deutschland beitragen. Zum anderen zielt „TruLies Europe“ auf den Transfer der Analy­se­er­geb­nisse in die Gesell­schaft durch dialog­ba­sierte Kommu­ni­kation mit Politik, Zivil­ge­sell­schaft und der breiteren Öffent­lichkeit, so auch mittels der Blogbei­träge.

Den Blogbeitrag von Florian Hartleb finden Sie hier.