Wir nehmen Abschied von Heinrich Schneider

© Katholische Kirche, Erzdiözese Wien

Wir trauern um Heinrich Schneider, der im Alter von 88 Jahren verstorben ist und der uns als prägende und von politi­scher Leiden­schaft erfüllte Persön­lichkeit sowie als Mitglied des IEP und jahrzehn­te­langer Begleiter, bis zuletzt Ehren­vor­sit­zender unseres Wissen­schaft­lichen Direk­to­riums, in dankbarer Erinnerung erhalten bleiben wird. Als heraus­ra­gender Politik­wis­sen­schaftler und durch sein umfas­sendes europäi­sches Engagement ist er ein großes Vorbild. Er wird als bedeu­tende Stimme in der Europa­po­litik sehr fehlen.

Heinrich Schneider war Ende der 1950er Jahre gemeinsam mit Arno Krause, damals beide in Führungs­po­si­tionen bei den „Jungen Europäi­schen Födera­listen“, Impuls­geber für die Gründung des Instituts für Europäische Politik, ursprünglich „Bildungswerk Europäi­scher Politik“. Schneider war zunächst selbst designierter Geschäfts­führer vor dem Start des „Bildungs­werks“, bevor er Arnold Bergsträsser, dessen Ausstrahlung als Lehrer und Denker er bewun­derte, für die Position gewann und sich selbst dazu entschloss, eine univer­sitäre Laufbahn zu verfolgen und zu habili­tieren. So trat er seine Stelle als Dozent und Stell­ver­treter des Direktors der „Akademie für politische Bildung“  in Tutzing an. Später war er unter anderem Professor für Politische Wissen­schaft in Hannover, Ordent­licher Professor für Politik­wis­sen­schaft an der Univer­sität Wien, Mitvor­stand des Instituts für Friedens­for­schung der Univer­sität Wien, Inhaber des Jacques-Delors-Lehrstuhls für Europa­po­litik des Univer­si­tä­ten­ver­bundes „ALMA“ (Aachen, Lüttich, Maastricht) sowie Gastpro­fessor an der Donau-Univer­sität Krems.

Dem IEP blieb er als Ehren­mit­glied im Vorstand und Ehren­vor­sit­zender des Wissen­schaft­lichen Direk­to­riums sowie als Vorsit­zender des Heraus­ge­ber­gre­miums der Viertel­jah­res­zeit­schrift integration erhalten und prägte damit das Institut über Jahrzehnte mit. Als Berater, Dozent und Autor von zahlreichen Büchern, Aufsätzen und Schrif­ten­reihen mit den Schwer­punkten inter­na­tionale Politik, europäische Integration, Sicher­heits­po­litik, politische Bildung sowie Geschichte und Theorie des politi­schen Denkens war er damit fast 60 Jahre lang ein bedeu­tender Mitge­stalter des europa­po­li­ti­schen Diskurses.

Heinrich Schneider wurde mehrfach für sein Engagement ausge­zeichnet, unter anderem mit dem Grego­ri­us­orden, dem Großen Silbernen Ehren­zeichen für Verdienste um die Republik Öster­reich und dem Bundes­ver­dienst­kreuz 1. Klasse des Verdienst­ordens der Bundes­re­publik Deutschland.

Werner Hoyer im Namen des Kurato­riums
Michael Kreile im Namen des Direk­to­riums
Wolfgang Wessels im Namen des Vorstands
Mathias Jopp im Namen der Geschäfts­führung
Mitar­bei­te­rInnen


Das Institut für Europäische Politik dankt allen Spendern sehr herzlich für die Betei­ligung an der Trauer­an­zeige für Heinrich Schneider, unserem ehema­ligen Ehren­vor­sit­zenden des Wissen­schaft­lichen Direk­to­riums.

Traueranzeige Heinrich Schneider
Veröf­fent­licht in der Frank­furter Allge­meinen Zeitung am 28. April 2018