Deutsch-Portugiesisches Expertentreffen am 4./5. Dezember in Lissabon

Am 4. und 5. Dezember 2017 fand in Zusam­men­arbeit mit unserem portu­gie­si­schen Partner, dem Instituto Português de Relações Inter­na­cionais (IPRI), das Deutsch-Portu­gie­sische Exper­ten­treffen: „The European Order“ in Lissabon statt.

Das Exper­ten­treffen 2017 beschäf­tigte sich mit den Reformen der Eurozone, den Refor­min­itia­tiven in der europäi­schen Vertei­di­gungs­po­litik unter Berück­sich­tigung der trans­at­lan­ti­schen Bezie­hungen sowie den EU-Afrika-Bezie­hungen.

Im Zentrum der Diskussion um die Reformen des Euro und der Eurozone stand die Forderung nach der Stärkung des Euro als gemeinsame Währung der Europäi­schen Union. Die EU sei aus den Krisen der vergan­genen Jahre erfah­rener und gestärkt heraus­ge­gangen. Nun gelte es, sich langfristig auf zukünftige Krisen vorzu­be­reiten. Neben fiska­li­schen und ökono­mi­schen Reformen müssten soziale Ziele ebenso in den Vorder­grund rücken. PESCO wurde als wichtigste Entwicklung der europäi­schen Vertei­di­gungs­po­litik der letzten Jahre hervor­ge­hoben. Die EU ermög­liche die Zurück­ge­winnung von Souve­rä­nität auf kollek­tiver Ebene. Aufgabe der EU sei es, seinen Mitglieds­staaten Frieden und Wohlstand zu garan­tieren und Recht auf inter­na­tio­naler Ebene zu gewähr­leisten, da die Sicherheit der EU direkt mit der Sicherheit ihrer Nachbar­schaft verknüpft sei. Weiterhin wurde die bisherige eurozen­trische Heran­ge­hens­weise an die EU-Afrika Bezie­hungen kriti­siert, die noch immer von post-kolonialen Macht­struk­turen geprägt seien. Um irregu­lärer Migration vorzu­beugen, müsse die EU ihre Stärke als wertba­sierte Gemein­schaft einsetzen. Zu vermeiden sei eine Verla­gerung der Zusam­men­arbeit vom Entwick­lungs- zum Invest­ment­be­reich.

Das Deutsch-Portu­gie­sische Exper­ten­treffen dient der Förderung eines besseren wechsel­sei­tigen Verständ­nisses und der Inter­essen beider Länder bei der Reform der EU. Dabei wurden insbe­sondere Möglich­keiten gemein­samer europäi­scher Ansätze und Initia­tiven im Rahmen der EU aufge­zeigt. Insgesamt erhielten wir von vielen Seiten sehr positive Rückmel­dungen. Für die Arbeit unseres Instituts sind aus dem Deutsch-Portu­gie­si­schen Exper­ten­meeting wertvolle Denkan­stöße erwachsen und wir freuen uns, dass wir in Lissabon bereits Überle­gungen für die Weiter­führung dieses Gedan­ken­aus­tau­sches im Rahmen des Deutsch-Portu­gie­si­schen Forums 2018 anstellen konnten.

Das IEP bedankt sich herzlich bei Martin Kotthaus und dem Auswär­tigen Amt, beim Portu­gie­si­schen Außen­mi­nis­terium, bei unserem Partner­in­stitut Relações Inter­na­cionais da Univer­sidade Nova de Lisboa (IPRI-NOVA) und bei allen Exper­tinnen und Experten, die am Deutsch-Portu­gie­si­schen Exper­ten­treffen teilge­nommen haben und deren Beiträge die lebhafte und inter­es­sante Debatte berei­chert und maßgeblich zum Erfolg des Meetings beigetragen haben. Beson­derer Dank gilt zudem der Deutschen Botschaft in Lissabon und dem Deutschen Botschafter in Portugal Dr. Christof Weil.


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