“Interdependence as a Leitmotif in the EU’s Russia Policy” – Forschungsbeitrag von Direktorin Dr. Katrin Böttger

In ihrer jüngsten Veröffentlichung zum Thema “Interdependence as a Leitmotif in the EU’s Russia Policy: A Failure to Live Up to Expectations” zeichnet Dr. Katrin Böttger die Entwicklung der bilateralen Beziehungen zwischen der EU und Russland nach und zeigt, dass eine wechselseitige Abhängigkeit schon seit den frühen 1990er Jahren ein grundlegender Pfeiler der Wiederannäherung zwischen Westeuropa und Russland war.

Das Paper wurde als Beitrag in dem vom International Centre for Defence and Security in Tallin herausgegeben Buch „Post-Crimea Shift in EU-Russia Relations: From Fostering Interdependence to Managing Vulnerabilities“ veröffentlicht.

In ihrem Kapitel untersucht sie anhand der Entwicklung von bilateralen Abkommen und Schlüsseldokumenten die Veränderung der wechselseitigen Abhängigkeitsbeziehung zwischen der EU und Russland und identifiziert dabei drei Phasen: die Zeit der politischen Wiederannäherung in den 1990er Jahren, die beidseitig von einer starken Kooperationsbereitschaft und einem positiven Verständnis von Abhängigkeit geprägt war, gefolgt von einer Phase der Ernüchterung und schrittweisen Verschlechterung der Beziehungen in den 2000er Jahren und schließlich dem Beginn einer tiefen politischen Krise 2014 nach der Annexion der Krim durch Russland.

Diese politische Krise und die daraufhin verhängten Sanktionen gegen Russland offenbaren seither die Notwendigkeit für die EU, die entstandene negative Abhängigkeit, sichtbar v.a. im Wirtschafts- und Energiesektor, strategisch mittel- und langfristig auszugleichen. Dafür müsse die EU ihre Interessen gegenüber Russland grundlegend neu und im Sinne der Globalen Strategie der EU auch noch glaubhafter definieren, so Katrin Böttgers Schluss.

Der Beitrag entstand im Rahmen des Projektes „Die Europäische Union und Russland in Osteuropa und im Südkaukasus: Integrationskonkurrenz zwischen Ost und West?“ sowie als Teil der transnationalen wissenschaftlichen Vernetzung des IEPs. So pflegt das IEP schon lange einen intensiven Austausch mit den HerausgeberInnen Kristi Raik und András Rácz sowie mit dem International Centre for Defence and Security als strategische Partnerorganisation.