Die neuen Fellows und Forschungsprojekte des Eurasia Lab & Fellowship Program

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Von zivilem Aktivismus in Kasachstan während Covid-19, über den Einfluss der Pandemie auf geschlechts­spe­zi­fische Gewalt in Usbekistan und Kirgi­sistan hin zu digitalem Aktivismus in Turkme­nistan: Das sind die Themen der Eurasia Lab Teams von September bis Dezember 2021.

„Der Einfluss von Covid-19 auf zivilgesellschaftlichen Aktivismus in Kasachstan“ von Viktoriya Nem, Anna Klimchenko und Kamila Smagulova

Das Forschungs­projekt unter­sucht, wie sich die COVID-19-Pandemie auf zivil­ge­sell­schaft­lichen Aktivismus in Kasachstan auswirkt. Die Researcher:innen erfor­schen die Heraus­for­de­rungen, mit denen sich Aktivist:innen in Kasachstan aufgrund der Pandemie konfron­tiert sehen und wie sie ihre Arbeits­pro­zesse anpassten (oder nicht anpassten). Ein weiterer Fokus liegt darauf, ob und wie digitale Techno­logien zivil­ge­sell­schaft­liche Arbeit erleichtern.

Die Forsche­rinnen gehören dem PaperLab Research Center in Nur-Sultan, Kasachstan, an. Viktoriya Nem ist Forscherin mit den Schwer­punkten Bildung, Geschlech­ter­gleich­stellung und nachhaltige Entwicklung. Sie erwarb einen Master-Abschluss in Public Policy (MPP) an der Lee Kuan Yew School of Public Policy der National University of Singapore. Anna Klimchenko hat einen Master-Abschluss für den gemein­samen Studi­engang „Socio­lin­gu­istics and Multi­lin­gualism“ der Vytautas Magnus Univer­sität und der Johannes Gutenberg-Univer­sität Mainz. Zu ihren Fachge­bieten gehören Sprachen­po­litik, Bildung und Menschen­rechte. Kamila Smagulova erwarb ihren Master of Public Policy an der Graduate School of Public Policy der Nasar­bajew-Univer­sität. Ihre Forschungs­schwer­punkte liegen auf natio­nalen Identi­täten, zivilem Aktivismus und Bildung.

 

„Die Covid-19 Pandemie und geschlechtsspezifische Gewalt in Zentralasien” von Svetlana Dzardanova und Niginakhon Uralova

Ziel des Projekts ist es, staat­liche und zivil­ge­sell­schaft­liche Maßnahmen sowie Bestre­bungen inter­na­tio­naler Akteur:innen gegen Gewalt gegen Frauen während der Covid-19-Pandemie zu bewerten, wobei der Schwer­punkt auf den beiden Ländern Usbekistan und Kirgi­sistan liegt. Die Forsche­rinnen unter­suchen bewährte Praktiken, Erfah­rungen und Hinder­nisse, auf die die verant­wort­lichen Akteur:innen stoßen und die sie eventuell daran hindern, wirksamer zu reagieren. Das Projekt soll ein besseres Verständnis der Bemühungen und der Rolle der staat­lichen und nicht­staat­lichen Akteur:innen während der Covid-19-Pandemie ermög­lichen. Darüber hinaus soll es dazu beitragen, Strategien und Verfahren zur Prävention geschlechts­spe­zi­fi­scher Gewalt in Zentral­asien besser zu gestalten.

Nigin­akhon Uralova, MA in Politics and Security (Central Asia) and in Human Rights and Democra­tiz­ation in the Caucasus, ist Lehrbe­auf­tragte an der Webster University in Taschkent, Usbekistan. Zu ihren Forschungs­schwer­punkten gehören Zentral­asien, Menschen­rechts­fragen und Legiti­mi­täts­fragen einer Regierung im zeitge­nös­si­schen islami­schen politi­schen Denken.

Svetlana Dzard­anova ist Mitar­bei­terin am Central Asia Institute for Strategic Studies. Zuvor arbeitete sie als Programm­ma­na­gerin des Master­pro­gramms Politics and Security und davor als Forschungs- und Ausbil­dungs­ko­or­di­na­torin an der OSZE-Akademie in Bischkek, Kirgi­sistan. Sie verfügt über ein breites Publi­ka­ti­ons­spektrum von sich überschnei­denden und regional ausge­rich­teten Themen wie Frieden und Sicherheit, Ressourcen, Zusam­men­arbeit und inter­na­tio­nales Engagement in Zentral­asien und Afgha­nistan. Gegen­wärtig fokus­siert sich Svetlana auf Themen wie Migration und Mobilität, Gender­fragen, einschließlich wirtschaft­licher Integration und nachhal­tiger Entwicklung.

 

„Digitaler ziviler Aktivismus in politisch eingeschränktem Raum und sein Demokratisierungspotential: eine Fallstudie über Turkmenistan” von Rustam Muhamedov

Das Forschungs­projekt zielt darauf ab, eine umfas­sende Analyse des wachsenden turkme­ni­schen zivil­ge­sell­schaft­lichen Online-Aktivismus der letzten Jahre vorzu­nehmen, in Verbindung mit dem erstar­kenden zivil­ge­sell­schaft­lichen Aktivismus in ganz Zentral­asien. Das Projekt wird Daten über Initia­tiven syste­ma­ti­sieren, ihre Ursachen und Mobili­sie­rungs­stra­tegien, Fähig­keiten und Schwächen, positiven Auswir­kungen sowie deren Potenzial eine zukünftige Grundlage für einen demokra­ti­schen Wandel im Land ermitteln. Ziel der Studie ist es, einen Beitrag zur Diskussion über Demokra­tie­för­derung und die Rolle sozialer Medien bei der Durch­bre­chung hegemo­nialer Narrative in autori­tären Staaten zu leisten. Darüber hinaus will es dazu beitragen, die interne Dynamik zivil­ge­sell­schaft­licher Protest­be­we­gungen und ihre Entwicklung zu verstehen und Empfeh­lungen für relevante Akteur:innen geben, einschließlich solcher, die demokra­tische Trans­for­ma­tionen in autori­tären Staaten unterstützen.

Rustam Muhamedov ist ein unabhän­giger Forscher, der sich auf politische und sicher­heits­po­li­tische Entwick­lungen in Turkme­nistan und Zentral­asien im weiteren Sinne konzen­triert. Er hat ehemals über Turkme­nistan für das Global Data Barometer 2021 Projekt geforscht und ist ein nicht ortsan­säs­siger Forschungs­sti­pendiat an der George Washington University im Rahmen des Central Asia-Azerbaijan Fellowship Program (Frühjahr 2021). Er ist zudem Autor mehrerer Analysen über die politi­schen Entwick­lungen in Turkme­nistan. Er ist Absolvent des Master-Studi­en­gangs Inter­na­tional Relations mit dem Schwer­punkt Politik und Sicherheit in Zentral­asien an der OSZE-Akademie in Bischkek (2019).

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