Der (europäische) Föderalist: Wie weiter mit den Spitzenkandidaten? Warum das neue Verfahren schon jetzt ein Erfolg

Fast vier Wochen nach den Europawahlen sind die Verhandlungen in Brüssel noch immer in vollem Gange, da in den nächsten Wochen und Monaten fünf Spitzenjobs in der EU zu vergeben sind: der des Ratspräsidenten, des Parlamentspräsidenten, des Kommissionspräsidenten, des Hohen Vertreters für die Außenpolitik und schließlich der des Präsidenten der Europäischen Zentralbank.

Die breitere öffentliche Debatte aber konzentriert sich vor allem auf eines dieser fünf Ämter, nämlich die Kommissionspräsidentschaft. Das liegt zum einen daran, dass der Kommissionspräsident als Chef der EU-Exekutive die größte formale Macht hat. Zum anderen gibt es hier aber auch den größten Streit über das Ernennungsverfahren selbst: Wie schon bei der Europawahl 2014 haben die Fraktionen der Europäischen Volkspartei, der Sozialdemokraten und der Grünen (die gemeinsam eine Mehrheit im Europäischen Parlament stellen) angekündigt, niemanden zum Kommissionspräsidenten zu wählen, der nicht zuvor Spitzenkandidat einer europäischen Partei gewesen ist. Einige Staats- und Regierungschefs beharren hingegen darauf, dass diese Entscheidung allein beim Europäischen Rat liege – am prominentesten der Franzose Emmanuel Macron (LREM/–), der dementsprechend in den letzten Wochen diverse mögliche Alternativen ins Spiel brachte, von dem halbwegs plausiblen Michael Barnier (LR/EVP) bis zu der definitiv nicht an dem Amt interessierten Angela Merkel (CDU/EVP).

Hier lesen Sie den Blogbeitrag des (europäischen) Föderalisten Manuel Müller in voller Länge.