#2ndYoungCitizens’FutureLab hat an der Europäischen Akademie Otzenhausen stattgefunden

Migration, Sicherheit und die Zukunft der Europäi­schen Union: Visionen junger Europäe­rInnen

Am 29. und 30. November 2018 war das Institut für Europäische Politik (IEP) mit dem #2ndYoungCitizens’FutureLab des Projekts #EngagEU, kofinan­ziert durch das Programm Europa für Bürge­rinnen und Bürger der Europäi­schen Union, zum Thema „Security, Migration and the Future of Europe: Turning Moods into Oppor­tu­nities“ an der Europäi­schen Akademie Otzen­hausen (EAO) zu Gast. Im #2ndYoungCitizens’FutureLab haben 30 junge Europäe­rInnen aus sechs verschie­denen Ländern Visionen für die Zukunft der EU und für eine europäische Asyl- und Migra­ti­ons­po­litik entwi­ckelt. Diese wurden bei einer öffent­lichen Vision Night mit rund 100 inter­es­sierten Bürge­rInnen in Saarbrücken disku­tiert. Bis März 2019 lädt #EngagEU junge EU-Bürge­rInnen europaweit zu einem breiten Konsul­ta­tions- und Ideen­samm­lungs­prozess ein mit dem Ziel, im Wahlkampf zum nächsten Europäi­schen Parlament im Mai 2019 mit einer starken Stimme junge Themen zu setzen.

Zentraler Ausgangs­punkt des von Alexander Kobusch von der Univer­sität Tübingen angelei­teten Ideen­samm­lungs­pro­zesses war der Zusam­menhang von Sicherheits‑, Entwick­lungs- und Migra­ti­ons­po­litik – der „Security-development-migration-nexus“. Kern der Debatte war die Frage, inwiefern sich diese Politik­felder gegen­seitig bedingen. Ebenfalls thema­ti­siert wurde, wie rechts­ex­treme und EU-skeptische Bewegungen und Parteien diesen Nexus instru­men­ta­li­sieren, um das Unsicher­heits­gefühl der Bürge­rInnen auszu­nutzen. Vor diesem Hinter­grund disku­tierten die Teilneh­me­rInnen folgende Kernfragen:

Diese erste Konsul­tation und Ideen­sammlung über die Zukunft der EU und ihrer Migra­ti­ons­po­litik wurde am Abend des ersten Tages des #2ndYoungCitizens’FutureLab für eine breite Öffent­lichkeit geöffnet: Im Rahmen einer Vision Night disku­tierten die Teilneh­me­rInnen – vertreten durch aus ihrer Mitte gewählte Rappor­teure – ihre entwi­ckelten Überle­gungen und offene Fragen mit einem inter­es­sierten Publikum sowie dem Polito­logen und Autor Claus Leggewie, der in seinem Buch „Europa zuerst“ eine Unabhän­gig­keits­er­klärung für Europa formu­liert. Nach einer aktuellen Bestands­auf­nahme der EU-Politik disku­tierten Leggewie und die Rappor­teure alter­native Ideen für die Zukunft Europas, die im Rahmen des #1stYoungCitizens’FutureLabs, das am 27. und 28. September 2018 statt­ge­funden hat, und des #2ndYoungCitizens’FutureLabs entwi­ckelt wurden. Hierzu zählen ein „Schulfach Europa“ oder eine europäische Woche in Schulen, die Etablierung von E‑Partizipationsmöglichkeiten nach dem Vorbild des europäi­schen Vorreiters Estland und einer „Fact-Checking-Platform“ auf europäi­scher Ebene, sowie Couch­surfing-Möglich­keiten für Jugend­liche, die zukünftig von der #FreeIn­terrail-Initiative profi­tieren werden.

Am zweiten Tag des #2ndYoungCitizens’FutureLab stimmten die 30 Teilneh­me­rInnen über die für sie drängendsten Themen ab, für die in drei Arbeits­gruppen Forde­rungen für politische Entschei­dungs­träger entwi­ckelt wurden: ‚Populist challenge‘, ‚Future of Europe and EU insti­tu­tions‘, und ‚Solidarity, Identity and Social Europe‘. Aus den Gruppen­dis­kus­sionen sind folgende Forde­rungen entstanden:

Hinsichtlich einiger Vorschläge, beispiels­weise die Einführung einer europäi­schen Woche sowie die Verbes­serung von Interrail, zeichnet sich bereits ein breiter Konsens unter den Teilneh­me­rInnen der ersten beiden #YoungCitizens’FutureLabs ab. Während der ersten beiden Konsul­ta­tionen wurde außerdem deutlich, dass junge EU-Bürge­rInnen eine stärkere europäische Identität, einen stärkeren Einbezug der (jungen) Bürge­rInnen in den politi­schen Entschei­dungs­prozess sowie den Abbau von Sprach­bar­rieren und die Weiter­ent­wicklung europäi­scher Insti­tu­tionen unter­stützen.

Die bisher formu­lierten Empfeh­lungs­ideen werden im Laufe des Ideen­samm­lungs­pro­zesses auf ‚OPIN‘, eine webba­sierte Plattform für digitale und mobile Jugend­be­tei­ligung, mit allen Teilneh­me­rInnen weiter disku­tiert und konkre­ti­siert. Nach Abschluss der im Januar 2019 in Nizza und im Februar 2019 in Warschau geplanten #YoungCitizens’FutureLabs stimmen die Teilneh­me­rInnen über die überzeu­gendsten Ideen ab. Diese werden von den gewählten Rappor­teuren in einem mehrspra­chigen Manifesto ausfor­mu­liert und mit einer breiten Öffent­lichkeit und Entschei­dungs­trä­ge­rInnen im Rahmen von #YoungCitizens’Convention im Mai und September 2019 disku­tiert.

Ansprech­part­nerin zum Projekt #EngagEU: Frau Jana Schubert, jana.schubert@iep-berlin.de

Autorin: Sara Kibler